DAY 1087
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Apartheid ist ein Verbrechen. 
Israel ist ein Apartheidstaat. 
Auch nach über zweieinhalb Jahren Genozid an der Palästinensischen Bevölkerung scheint die offizielle Schweiz nicht gewillt zu sein, gegen die Verantwortlichen dieser Verbrechen Sanktionen zu ergreifen. 

Deshalb braucht es Sanktionen von unten: 
Wir, Musicians in Switzerland against Apartheid, unterstützen den Aufruf der Palästinensischen Zivilbevölkerung zum Kulturellen Boykott Israels, und wir fordern unsere Clubs, Festivals und Konzerthäuser auf, sich Apartheid Freie Zone (AFZ) zu deklarieren. 

Musiker*innen, Toningenieur*innen, Lichttechniker*innen, Manager, ...

Unterschreibt unseren Aufruf jetzt!
Wir brauchen eure Stimmen!

OPEN LETTER TO ALL MUSIC VENUES IN SWITZERLAND
Switzerland, 22. Sept. 2026


Liebe Musik-Veranstaltende in der Schweiz,

Der Begriff Apartheid bezeichnete ursprünglich ein politisches System in Südafrika, das ausdrücklich die Trennung von Menschen nach ihrer angeblicher "Rasse" sowie die Herrschaft und Unterdrückung einer ethnischen Gruppe durch eine andere durchsetzte. Seitdem wird er von der internationalen Gemeinschaft verwendet, um solche Systeme und Praktiken zu verurteilen und unter Strafe zu stellen, wo immer sie in der Welt auftreten.
Apartheid ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ein gravierender Verstoss gegen das Völkerrecht.

Das israelische System der Apartheid in den besetzten Palästinensischen Gebieten

In Israel lassen sich zwei verschiedene Gruppen unterscheiden, von denen eine der anderen untergeordnet ist: Israel unterscheidet klar zwischen jüdischen Menschen und den anderen 20 % der Bevölkerung. Wo immer der Staat Israel Kontrolle über die Rechte von Palästinenser*innen hat, werden diese systematisch unterdrückt und diskriminiert.
Diese Unterdrückung ist institutionalisiert: Das neue Grundgesetz, das im Juli 2018 vom israelischen Parlament verabschiedet wurde, macht Bürger nichtjüdischen Glaubens zu Bürgern zweiter Klasse.

Ein 2017 veröffentlichter UN-Bericht untersuchte die Lage der Palästinensischen Bevölkerung unter israelischer Besatzung und kam zum Schluss, dass sich Israel des Verbrechens der Apartheid schuldig gemacht habe. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kommen zu demselben Schluss[1].

Die israelische Apartheid durchdringt alle Lebensbereiche der Palästinensischen Bevölkerung: Kultur und soziales Leben, Bildung, Landwirtschaft, Wohnen, Mobilität, Gesundheit, Justiz, Politik... [2]. Die besetzten Gebiete sind nur ein Teil des Apartheidverbrechens. Die israelische Apartheid beruht auf einem System der Herrschaft über die gesamte Palästinensische Bevölkerung, wo auch immer sie sich befindet: in den besetzten Palästinensischen Gebieten (Westjordanland und Gazastreifen), in Ostjerusalem, in Israel selbst und im Ausland, wo 5 Millionen Palästinensische Geflüchtete leben.

Musiker*innen in der Schweiz gegen Apartheid in Südafrika

Musik war im Kampf gegen die Südafrikanische Apartheid ein wichtiges Mittel, sowohl im lokalen Widerstand wie auch in der internationalen Solidaritätbewegung. Viele Südafrikanische Musiker*innen lebten im Exil in Europa (z.B Abdullah Ibrahim, Sathima Bea Benjamin, Makaya Ntshoko, sowie Johnny Dyani, Louis Moholo, Dudu Pukwana und die gesamete Band The Blue Notes) oder in den USA (Miriam Makeba, Hugh Masekela).
Sie kämpften im Ausland weiter gegen das Apartheid-Regime zuhause, spielten Benefiz-Konzerte und forderten zum Boykott des Südafrikanischen Apartheid Regimes auf.
Sie prägten mit ihrer Musik lokale Szenen in London, Paris und ebenso in Zürich und Genf massgeblich. Gerade auch in der Schweiz war die Musikszene seit den sechziger Jahren mit der Anti-Apartheidsbewegung verbunden.

Apartheid Free Zone

Mit dem anhaltenden Genozid an der Palästinensischen Bevölkerung durch den israelischen Staat, die israelische Armee und extremistische, terroristische Siedler*innen ist der Kampf gegen Apartheid-Politik dringlicher denn je. Denn diese Form von rassistischer und menschenverachtender Politik ist eine treibende Kraft hinter den Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und dem Genozid an der Palästinensischer Bevölkerung.

Die Kampagne „Apartheid Free Zone“ (AFZ), auf Deutsch „Zone frei von israelischer Apartheid“, unterstützt die Schaffung von Räumen, die sich jeder Form von Diskriminierung und Unterdrückung widersetzen. Inspiriert vom Kampf gegen das Apartheid-Regime in Südafrika zielt die Kampagne darauf ab, Räume zu schaffen, die jegliche Verbindung zur israelischen Apartheid kategorisch ablehnen. Sie will verhindern, dass die Orte, die uns am Herzen liegen, mit Unternehmen und Institutionen zusammenarbeiten, die zur Aufrechterhaltung eines Apartheid-Regimes beitragen. Mit der Unterzeichnung der Erklärung verpflichten sich Kollektive, Bewegungen, Vereine, Cafés, Bars, Geschäfte, Unternehmen, kulturelle Einrichtungen, Gewerkschaften, Sportstätten, Genossenschaften, Sozialzentren, Buchhandlungen, Restaurants und andere kulturelle Orte, jegliche Unterstützung für das israelische Apartheid-Regime zu verweigern.

Die Kampagne zielt darauf ab, zum Ende des israelischen Apartheid-Regimes beizutragen. Die Schaffung einer apartheidfreien Zone ist ein Signal für gleiche Rechte für alle in Israel/Palästina lebenden Menschen, unabhängig von ihrer ethnischen oder religiösen Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrem Gender oder ihrer sexuellen Orientierung.

In der Erklärung der AFZ bezieht die Kampagne klar Stellung gegen jede Form von Rassismus. Die Kampagne richtet sich nicht gegen jüdische Menschen in Israel/Palästina oder anderswo. Die Kampagne richtet sich spezifisch gegen das israelische Apartheid-Regime, dessen illegale, koloniale Siedlungspolitik und die Unternehmen und Institutionen, die es unterstützen. Der jüdische Glauben ist nicht mit dem zionistischen Staat Israel gleichzusetzen. Die Kampagne widersetzt sich also entschieden dem Antisemitismus oder Hass gegen jüdische Menschen, da dies Formen der Diskriminierung sind und wie jede Form der Diskriminierung bekämpft werden müssen.

Die von zivilen, Palästinensischen Organisationen ins Leben gerufene "Palestinian Campaigne for the Academic & Cultural Boycott of Israel (PACBI)", Teil von BDS, hat 2004 zum akademischen und kulturellen Boykott Israels aufgerufen[3]. Die AFZ-Kampagne orientiert sich an Spanien, wo es seit 2015 zahlreiche Apartheid-freie Zonen unterschiedlicher Grösse gibt. Ähnliche Kampagnen wurden in Italien, Belgien, Norwegen, Portugal und Griechenland gestartet. In der Westschweiz haben sich 114 Orte und Organisationen zu Apartheid-freien Zonen erklärt, gegenüber 29 in der Deutschschweiz.

Musik als etwas grundsätzlich verbindendes erfordert klare Positionen; gegen menschenverachtende Systeme und Apartheidpolitik!

Deshalb fordern wir Musikschaffende in der Schweiz Sie als Veranstaltende, Konzertorte oder Festivals auf, sich als AFZ/Apartheidfreie Zone zu erklären. (Anmeldung unter https://www.apartheidfree.ch/home/).


[1] https://www.amnesty.org/en/latest/campaigns/2022/02/israels-system-of-apartheid/

[2] https://www.apartheidfree.ch/home

[3] Palestinian Campaigne for the Academic & Cultural Boycott of Israel PACBI, Guidelines for the International Cultural Boycott of Israel: https://www.bdsmovement.net/pacbi/cultural-boycott-guidelines



24 Unterzeichnende (27.9.2026)

Wir werden die grösseren Venues direkt kontaktieren sowie die Presse informieren. Die Unterschriften werden wir ab 50 Unterzeichnenden hier veröffentlichen.